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Personal Mastery: Die individuelle Wachstumsmeisterschaft

Welche Rolle spielt Personal Mastery für Führungskräfte?

Profite, Kosteneinsparungen, Absatzzahlen – der Erfolg einer Führungskraft wird häufig anhand externer Maßstäbe gemessen. Doch dahinter steht die Frage: was ermöglicht diese Erfolge? Was macht eine gute Führung wirklich aus?

Persoanl Mastery
Bild: Aziz Acharki auf unsplash.com

Das Konzept der Personal Mastery basiert auf der Annahme, dass sich die Führungsposition nicht von der Person trennen lässt, die sie ausübt – eine erfolgreiche Unternehmensführung beginnt also auch mit der individuellen, internen Persönlichkeitsentwicklung der Führungskraft. Die Bereitschaft, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich zu reflektieren und zu erweitern wird dabei als maßgeblicher Faktor für den Erfolg in einer Führungsposition betrachtet.

Geprägt wurde der Begriff erstmals von Peter Senge und seinem Konzept der „lernenden Organisation“.

Die lernende Organisation

“Organisationen lernen nur durch Individuen, die lernen. Individuelles Lernen garantiert nicht die Weiterentwicklung der Organisation – doch ohne individuelles Lernen gibt es keine Weiterentwicklung.“ – dieses Zitat stammt aus Peter Senges „Die fünfte Disziplin: Kunst und Praxis der lernenden Organisation“.

Der Bestseller von 1990 ist auf dem Gebiet der Managementforschung noch heute eines der meistzitierten Werke überhaupt und gilt als Grundlage für das Prinzip der lernenden Organisation. Senge beschreibt darin fünf Kerndisziplinen, die Organisationen benötigen, um organisationales Lernen einführen und kontinuierlich beibehalten zu können, mit dem Ziel, die Organisation zukunftsfähig aufzustellen:

  • Personal Mastery: Die individuelle, kontinuierliche Persönlichkeitsentwicklung der Führungskräfte und einzelnen Teammitglieder bildet die geistige Grundlage einer Organisation.
  • Mentale Modelle: Explizite und implizite Grundannahmen werden transparent gemacht und können so zum Gegenstand der Entwicklung werden.
  • Gemeinsame Vision: Alle Mitglieder haben die gemeinsame Vision der Organisation verstanden und verinnerlicht.
  • Teamlernen: Jedes Teammitglied erfährt durch die Arbeit im Team eine fachliche und persönliche Weiterentwicklung.
  • Systemdenken: Mitglieder der Organisation sind sich der Strukturen des sie umgebenden Systems bewusst und verstehen, welchen Einfluss ihr Handeln auf diese Strukturen hat. Durch die systemische Verknüpfung der ersten vier Disziplinen kann sich ein grundlegender Wahrnehmungswandel entwickeln, welcher sowohl die Teams als auch den Einzelnen und die gesamte Organisation voranbringt.

„Personal Mastery“ bildet demnach die Grundlage für die Entstehung einer lernenden Organisation.

Was ist Personal Mastery?

Senge schreibt zu seiner fünften Disziplin: “Menschen, die einen hohen Grad an Personal Mastery erlangen, erweitern beständig die Fähigkeit, die Ergebnisse zu erzielen, die sie wahrhaft anstreben.“

Personal Mastery beschreibt im Wesentlichen das Streben nach einer ständigen Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Dabei werden die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich hinterfragt und erweitert, womit nicht nur das Erlernen neuer Skills oder das spirituelle Wachstum einer Person gemeint ist; häufig geht es vor allem darum, alte Denkmuster zu durchbrechen und eigene Schwächen einzugestehen.

Personen mit einem hohen Level an Personal Mastery sind in der Lage, zukünftige Ziele genaustens zu visualisieren und sich zielstrebig auf diese zuzubewegen. Dabei ist es ihnen möglich, die gegenwärtige Realität genau zu analysieren und festzustellen, was nötig ist, um das gesetzte Ziel zu erreichen und welche Schwierigkeiten dabei auf sie zukommen könnten – ohne dabei ihre eigenen potenziellen Schwachstellen außer Acht zu lassen.

Personal Mastery ist ein lebenslanger Prozess, der nie vollständig abgeschlossen ist – schließlich gibt es immer noch mehr zu lernen. Dabei ist es jedoch nie zu spät, mit der individuellen Weiterentwicklung zu beginnen. Folgende Techniken können dabei helfen, die eigenen Personal Mastery Skills zu verbessern:

Systemisches Denken

Beim systemischen Denken geht es darum, die einzelnen Teile eines Projekts oder einer Situation und ihre Beziehung untereinander zu betrachten – also das gesamte System. Dabei ist es wichtig, nicht nur den Status Quo abzufragen, sondern auch Muster zu berücksichtigen, die gegebenenfalls in der Vergangenheit aufgetreten sind. So kann bei Hindernissen oder Schwierigkeiten leichter bestimmt werden, welche Prozesse diese ermöglicht haben und wie sie in Zukunft verhindert werden können.

Objektive Situationsbewertung

Für eine realistische Situationsbewertung müssen auch Annahmen berücksichtigt werden, die möglicherweise bereits bezüglich der Situation bestehen. Denn diese Annahmen formen – und trüben – unseren Blick auf die Realität. Um eine Situation wirklich objektiv bewerten zu können, ist es demnach nötig, die eigenen Denkprozesse zu hinterfragen und vorschnelle (möglicherweise fehlerhafte) Überzeugungen zu berücksichtigen.

Balance zwischen Plädieren und Erkunden

Viele Menschen neigen besonders in Diskussionen instinktiv dazu, ihre eigene Meinung vehement zu verteidigen (Plädieren), so dass die Gesichtspunkte anderer Parteien nur wenig wahrgenommen werden. Ein Gleichgewicht zwischen Plädieren und Erkunden zu finden bedeutet, die eigene Meinung zu vertreten, aber gleichzeitig zu versuchen, den Standpunkt anderer nachzuvollziehen.

Personen, die geübt sind im Bereich Personal Mastery scheuen sich nicht, die Emotionen und Gedanken anderer zu erfragen, bis sie deren Denkprozesse nachvollziehen können (Erkunden). Durch aufrichtiges Interesse an der anderen Person können nicht nur Spannungen gelöst werden, es erfolgt außerdem ein gemeinsames Lernen.

Das große Ganze erkennen

Das große Ganze zu erkennen ist eine Weiterführung der letzten Strategie und beinhaltet das Finden von Gemeinsamkeiten innerhalb verschiedener Perspektiven, so dass das Verständnis aller Beteiligten erweitert werden kann. Personen mit einem hohen Personal-Mastery-Level verstehen, dass sie nur durch das Einholen anderer Meinungen und Perspektiven ein klares, vollständiges Bild der Realität erhalten.

Fazit

Die Fähigkeit zur Selbstführung und die individuelle Persönlichkeitsentwicklung sind maßgebliche Aspekte des beruflichen Erfolgs von Führungskräften. Auch wenn als Ziel der Personal Mastery Philosophie die persönliche Weiterentwicklung als Mensch im Mittelpunkt steht, ist eine gesunde Leistungssteigerung im Beruf häufig ein positiver Nebeneffekt.